Oury Jalloh wurde am 7. Januar 2005 von Polizeibeamten verbrannt!

wir dokumentieren hier die Pressemitteilung der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh vom Mittwoch den 03.11.2021:

Neue Erkenntnisse im Fall Oury Jalloh: Originalgetreue Rekonstruktion des Tatortes Zelle 5 / Polizeirevier Dessau

Internationaler Brandexperte widerlegt die vorsätzlich falsch konstruierten Behauptungen der Generalstaatsanwaltschaft von Sachsen-Anhalt, Oury Jalloh habe das Feuer selbst gelegt.

Familie von Oury Jalloh stellt Anzeige wegen Strafvereitelung im Amt gegen die Generalstaatsanwaltschaft in Naumburg und fordert Wiederaufnahme der Ermittlungen durch die Bundesanwaltschaft.

Das neue Brandgutachten basiert auf Brandversuchen zur Rekonstruktion des Tatortes vom 7. Januar 2005 in einem originalgetreuen Nachbau der Zelle 5 des Polizeireviers Dessau. Der britische Brandsachverständige Iain Peck kommt darin zu dem Ergebnis, dass der an Händen und Füßen gefesselte Oury Jalloh von Polizeibeamten angezündet worden sein muss.

Darüber hinaus haben im Vorfeld durchgeführte Bewegungsversuche einer gleichermaßen 4-Punkt fixierten Person auf einer Matratze in Originalgröße gezeigt, dass Oury Jalloh weder den Bewegungsspielraum noch andere Möglichkeiten hatte, die Matratze selbst anzuzünden.

Aufgrund der eindeutigen Spurenlage am Feuerzeug (Abwesenheit von Oury Jallohs DNA & Faserresten seiner Kleidung als auch der Matratze, statt dessen zahlreiche tatortfremde Spuren und Tierhaare) hatte Iain Peck bereits in seinem Gutachten im Jahr 2015 ausgeschlossen, dass dieses Feuerzeug tatsächlich im Brandschutt der Zelle 5 gelegen haben kann. Der vorgeführte Feuerzeugrest wurde auch nicht am Tatort gefunden, sondern erst drei Tage später auf eine Asservatenliste hinzugefügt. Es handelt sich demnach eindeutig um eine manipuliertes Beweismittel.

Das Ergebnis des neuen Brandgutachtens steht zudem in Einklang mit den Ergebnissen des unabhängigen, fachradiologischen Gutachtens von Dr. Boris Bodelle aus dem Jahr 2019. Dieses belegt, dass Oury Jalloh vor seinem Tod ein Nasen- bzw. Schädelbruch sowie offensichtlich mehrere Rippenbrüche zugefügt worden waren. Das Ergebnis steht ebenfalls in Einklang mit allen toxikologischen Befunden (kein Noradrenalin im Urin, kein Kohlenmonoxid im Herzblut), die darauf schließen lassen, dass Oury Jalloh zum Zeitpunkt der Brandlegung entweder bewusstlos oder bereits tot war.

Die Familie Oury Jallohs fordert die sofortige Wiederaufnahme der Ermittlungen wegen Mordes gegen die bereits namentlich bekannten Polizeibeamten des Reviers und stellt gleichfalls Anzeige wegen Strafvereitelung im Amt gegen die für die Einstellung der Mordermittlungen zuständigen Oberstaatsanwälte der Generalstaatsanwaltschaft Naumburg. 

Grußwort der Roten Hilfe, Ortsgruppe Bielefeld für den Globalen Klimastreik, 24.9.2021

Liebe Freund*innen und Mitstreiter*innen,

ich bin von der Roten Hilfe: die Rote Hilfe ist eine strömungsübergreifende, linke Schutz- und Solidaritätsorganisation, die politisch Aktive unterstützt, wenn sie aufgrund ihrer politischen Betätigung staatliche Repression erfahren.

Die Klimaproteste sind laut! Sie setzen wichtige Zeichen, – und heute gehen wir weltweit in Massen auf die Straße. Denn wir haben als Ziel, den Schaden an unseren Lebensgrundlagen zu begrenzen, die Zerstörung aufzuhalten. Das richtet sich gegen die Interessen der Mächtigen. Wenn wir dafür sorgen wollen, dass sie keinen Schaden mehr anrichten, dann müssen wir damit rechnen, dass sie sich mit aller Härte gegen uns richten, mit aller Gewalt antworten.

Wir blockieren mit Ende Gelände die Maschinerie im Braunkohletagebau. Mit Extinction Rebellion setzen wir Zeichen zivilen Ungehorsams. Wir verteidigen die Bäume im Hambi, im Danni und hier im Steini gegen immer noch mehr neue Großprojekte. Wir besetzen Kohlekraftwerke und protestieren gegen die Internationale Automobilausstellung IAA. Diese Aktionen stören die reibungslosen Abläufe. Sie verursachen wirtschaftlichen Schaden. Sie zerkratzen das geschönte Image und das Greenwashing von Konzernen und Behörden. Und genau deshalb sind die Proteste im Visier der staatlichen Repressionsorgane, von Polizei und Justiz, die die Interessen von Staat und Konzernen verteidigen.

Knüppeleinsätze und Pfefferspray gegen Demonstrant*innen und Baumbesetzer*innen gehören zum Alltag des Protestes – und das Verhalten der Polizei ist oft erschreckend. Zu den Höhepunkten ihrer Angriffe zählen die Räumungen der Waldbesetzungen, bei denen die Polizei gezielt die Sicherungsseile der Kletteraktivist*innen durchgeschnitten und deren Absturz provoziert hat.

Durch willkürliche tage- und wochenlange Inhaftierung nach erfolgreichen Aktionen versuchen die Behörden, die Betroffenen fertigzumachen und die Bewegung einzuschüchtern. Besonders extrem ist der Fall von „Ella“, die bereits seit November 2020 in Haft sitzt – zuerst viele Monate in Untersuchungshaft, bis sie schließlich in einem absurden Prozess zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt wurde – weil sie sich bei der Räumung in 15 Metern Höhe durch eine reflexhafte Beinbewegung dagegen gewehrt haben soll, von Polizeikräften in die Tiefe gerissen zu werden.

Wir dürfen nicht zulassen, dass diese Repression ihr Ziel erreicht, dass sie uns einschüchtert, dass sie uns davon abhält, das zu tun, was richtig und wichtig ist: gemeinsam gegen die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen vorzugehen, das Artensterben abzubremsen und die Klimaerwärmung, – mit all ihren Folgen!

Stattdessen müssen wir solidarisch zusammenstehen, wenn Polizei und Justiz gegen uns vorgehen. Denn getroffen werden einzelne, aber gemeint sind wir alle. Wir als Rote Hilfe und viele andere solidarische Antirepressionsstrukturen organisieren praktische Rechtshilfe und geben euch Tipps für den Umgang, vermitteln bei Bedarf Anwält*innen und unterstützen euch finanziell, wenn ihr mit Strafbefehlen und Gerichtskosten überhäuft werdet.

Solidarität und die praktische Abwehr von Repression ist etwas, was wir alle tun müssen. Vertraut auf euch und uns! Wendet euch an die Aktiven, wenn ihr selbst von Repression betroffen seid, ihr seid nicht alleine!! Werdet Mitglied und werdet selbst aktiv, supportet euch gegenseitig, wenn ihr von Repression betroffen seid, geht zu Prozessen und Solikundgebungen, sammelt Spenden für die Betroffenen, schreibt Briefe an die Eingeknasteten, und engagiert euch in den Rechtshilfestrukturen.

Und vor allem: gebt nicht auf!!

Wir stehen zusammen: unsere Solidarität gegen ihre Repression!

Wir bieten ab jetzt wieder eine offene Sprechstunde an!

zunächst am Dienstag, den 14.09.2021

Jeden zweiten Dienstag im Monat von 18:00 bis 19:00 Uhr trefft ihr uns in der Bürger:innenwache am Siegfriedplatz. Dort könnt ihr euren Unterstützungsantrag besprechen und abgeben, Fragen zur Vorladung oder zum Strafbefehl/ Bußgeldbescheid klären oder was immer auch euer Anliegen an uns ist.

Darüber hinaus erreicht ihr uns per Mail unter bielefeld(ätt)rote-hilfe.de, wir können auf dem Wege ein persönliches Treffen vereinbaren.

Redebeitrag auf der No VersG NRW-Demo: Wir müssen dieses Gesetz kippen!

Liebe Genoss*innen,

Liebe Aktivist*innen,

 heute hat sich die Polizei nicht getraut, unsere Demonstration zu stoppen. Wir stehen mit vielen Menschen vor dem Landtag und fordern, den Gesetzesentwurf zurück zunehmen, das ist unser politischer Erfolg heute.

 Wir sind die Rote Hilfe e.V., der bundesweite strömungsübergreifende Solidaritäts- und Schutzverein für alle Linken. Wir vermitteln solidarische Anwält*innen, können entstandene Kosten auffangen und dafür sorgen, dass niemand durch Repression aufgrund des politischen Engagements ruiniert wird.

 Dass wir heute mit Vielen auf der Straße waren ist wichtig. Durch unsere tägliche Soli-Arbeit wissen wir ganz genau, wie die Behörden arbeiten. Und dieses Gesetz würde eine massive Beschneidung unserer Versammlungsfreiheit, unserer politischen Grundrechte bedeuten.

 Deswegen müssen wir diesen Gesetzentwurf kippen, wir haben gar keine andere Wahl!

 Dieser Entwurf liest sich wie der Traum eines jeden Einsatzleiters: Mehr Überwachung, mehr Möglichkeiten Veranstalter*innen zu kriminalisieren, Ordner*innen zu kontrollieren oder Aktive gleich ganz von der Teilnahme auszuschließen.

 Was gestern noch eine dämliche Auflage war, die relativ leicht weggeklagt wurde, soll morgen Gesetz sein.

 Damit dürfen sie nicht durchkommen!

 Gerade auch ziviler Ungehorsam soll explizit unter Strafe gestellt werden. Künftig soll nicht nur die Sitzblockade selbst, nein auch die Ankündigung und Probe bestraft werden. Aber wenn blockiert wird, dann sind das Nazis und Rassisten und das werden wir uns nicht nehmen lassen. Nazis den öffentlichen Raum streitig zu machen ist legitim und notwendig. Gleiches gilt für das Blockieren von Kohlebaggern, auch wenn das dem Klimakiller RWE und seinem Handlanger Armin Laschet nicht passt. Künftige Generationen werden es uns danken.

 Wir haben also viele Gründe, dieses Gesetz zu kippen und gemeinsam schaffen wir das!

 Und wenn es Ärger gibt, kommt frühzeitig zur Roten Hilfe oder anderen Soli-Strukturen.

Zusammengefasst:

 Weg mit dem geplanten Versammlungsgesetz NRW!

Weg mit Reul, Laschet und diesen ganzen Konsorten!

Solidarität ist unsere stärkste Waffe!

Jetzt erst recht! Kommt zur Großdemo gegen das Versammlungsgesetz NRW! 28.08.2021 in Düsseldorf

Zugtreffpunkte:
Bielefeld Hbf 10:15
Münster Hbf 10:00
Bochum Hbf 11:40
Köln Hbf (Vorplatz) 11:15
Dortmund Hbf (Nordausgang) 11:25

Versammlungsgesetz NRW stoppen!
Grundrechte erhalten!

28.08.2021 13:00 Uhr Rheinpark an den Rheinterrassen, Düsseldorf

Der legitime und demokratische Protest gegen das geplante Versammlungsgesetz NRW wurde am 26. Juni in Düsseldorf mit Polizeigewalt verhindert. Diesen rechtswidrigen Angriff auf die Versammlungsfreiheit und Pressefreiheit nehmen wir nicht tatenlos hin! Jetzt erst recht werden wir den Protest konsequent und mit aller Entschlossenheit weiterführen! Am 28. August werden wir erneut gemeinsam, zahlreich, friedlich und kämpferisch unsere Ablehnung des autoritären und undemokratischen Versammlungsgesetzes NRW auf die Straßen Düsseldorfs tragen!

Mitten in der Pandemie plant die schwarz-gelbe Landesregierung einen erheblichen Angriff auf unsere Versammlungsfreiheit. Anstatt polizeiliche Eingriffe strikter Kontrolle zu unterstellen, um (rassistische) Polizeigewalt, Einschüchterung und Überwachung zu unterbinden, greift der Gesetzesentwurf massiv in unser aller Freiheiten ein und muss daher unbedingt gestoppt werden!

Nach dem Entwurf soll die Videoüberwachung von Demonstrationen durch Übersichtsaufnahmen (z.B. per Drohne oder Hubschrauber) aber auch verdeckt aus der Menge heraus möglich sein. Anmelder:innen sollen zukünftig umfangreiche Angaben machen, werden zur Kooperation mit der Polizei gedrängt und müssen unter Umständen sogar die persönlichen Daten der Ordner:innen an die Polizei übermitteln. Durch die Aushöhlung der Polizeifestigkeit der Versammlung und die Befugnis zur voraussetzungslosen Errichtung von Kontrollstellen und Durchsuchungen kann zukünftig der Zugang zu Versammlungen durch die Polizei erheblich erschwert oder gar unterbunden werden.

Auch antifaschistische Gegenproteste werden durch ein erweitertes Störungsverbot erschwert. Einheitliche Kleidung, wie sie u.a. in der Klimagerechtigkeitsbewegung getragen wird, kann mit dem sogenannten „Militanzverbot“ kriminalisiert werden. Progressive Ideen, z.B. die Abschaffung des strafbewehrten Vermummungsverbotes oder eine unabhängige Beobachtung der Polizeieinsätze sowie die Pflicht für Zivilpolizist:innen sich erkennen zu geben, finden sich nicht im Entwurf. Der ganze Gesetzestext atmet Misstrauen gegen Bürger:innen, die ihre Versammlungsfreiheit wahrnehmen.

Die Versammlungsfreiheit zählt in der parlamentarischen Demokratie zu den zentralen Grundrechten, weil sie es Bürger:innen ermöglicht, ihre Anliegen auf die Straße zu tragen und Missstände anzuprangern. Demokratie braucht lebendige Versammlungen. Die Landesregierung plant mit ihrem Gesetzesentwurf einen Angriff auf die Zivilgesellschaft – also auf uns alle! Dem stellen wir uns trotz aller Unterschiede in unseren Ansichten, Strategien und Aktionsformen gemeinsam entgegen.

https://www.nrw-versammlungsgesetz-stoppen.de

In Gedenken an Bernd Heitbreder, verstorben im venezolanischen Exil

Heute ist es genau zwei Monate her, dass Bernd Heidbreder im Exil in Venezuela an Krebs verstorben ist. Sein Leben war gezeichnet von Repressionen, aber auch von viel Solidarität, von kontinuierlichem, politischem Aktivismus und freundschaftlichem Zusammenhalt.

Gemeinsam mit seinen Genossen Thomas Walter und Peter Krauth wurde er verdächtigt, Teil der autonomen, antifaschistischen und antirassistischen Gruppe K.O.M.I.T.E.E. zu sein, welcher vorgeworfen wird, „[…] für einen Brandanschlag auf de[n] Sitz des Kreiskommandos 852 in Bad Freienwalde im Jahr 1994 verantwortlich zu sein. Hintergrund der Aktion war die massive Unterstützung von Bundeswehr, deutschen Rüstungskonzernen und der Bundesregierung für den mörderischen Kampf des türkischen Staates gegen das kurdische Volk.

Weiterhin [soll die Gruppe] im Frühjahr 1995 einen Sprengstoffanschlag auf den Neubau eines Abschiebegefängnisses in Berlin-Grünau vorbereitet haben. Dort sollten geflüchtete Menschen inhaftiert werden, denen die Anerkennung des Flüchtlingsstatus in Berlin verweigert worden war, nachdem 1993 der Bundestag das bestehende Asylrecht ausgehöhlt hatte. Betroffen von den daraus folgenden Auslieferungen an beispielsweise türkische Behörden waren damals vor allem auch Geflüchtete aus kurdischen Gebieten.“1

Den drei Aktivisten war der deutsche Staat dicht auf den Fersen, als sie in der Folge dieser Anschuldigungen ins Exil fliehen mussten. Thomas Walter berichtet in einem analyse & kritik Interview, das im Gedenken an Bernd Heidbreder geführt wurde: „[D]enn unsere Flucht war ja eine Geschichte von drei Freunden, und auch wenn man sich im Laufe der Jahre unterschiedlich entwickelt hat, waren das ja Jahrzehnte, wo man zusammen gehalten hat wie Pech und Schwefel. […] Ich habe mich von den Bullen nicht einsperren lassen, das ist mein Lebenswerk, frei zu bleiben trotz dieser scheinbar übermächtigen Maschinerie, die uns jagt. Da bin ich stolz drauf, und das habe ich nicht alleine gemacht, sondern zu dritt.“1

In den folgenden Jahren wohnten und engagierten sie sich an unterschiedlichen Orten der Welt, fanden aber schließlich in Mérida im Westen Venezuelas wieder zusammen und ein Zuhause. Alle begleitete die politische Arbeit, ebenso wie die Solidarität ihrer Mitstreiter*innen stets. Walter hebt im selben Interview das Bedürfnis weiter politisch aktiv zu sein heraus. Die aktivistische Zusammenarbeit mit den Menschen in Mérida beschreibt er als Prozess von gegenseitigem Lernen und Austausch. „So haben wir wirklich tolle Menschen kennengelernt, die oft eine unglaublich kämpferische Geschichte hatten. Das hat uns ein Bild davon gegeben, wie viele Leute es eigentlich gibt, die was anderes wollen als die aktuelle, kapitalistische Gesellschaftsordnung. […] Was die langjährigen Freund*innen und Mitstreiter*innen in Deutschland angeht, ist die praktische Unterstützung über die Jahre hinweg natürlich immer weniger geworden, weil wir unabhängiger wurden. […] Und als Bernd 2014 verhaftet wurde und für etwa zwei Jahre im Gefängnis war, da waren die Genoss*innen auch so gut wie alle gleich wieder zur Stelle, das war großartig. Es ist schon was besonderes, wie diese Leute all die Jahre bei der Stange geblieben sind, da hatten wir wirklich ein großes Glück!“2

Einen Eindruck der Solidarität in Bezug auf die Gruppe K.O.M.I.T.E.E. findet sich im Dokumentarfilm „Gegen den Strom – Abgetaucht in Venezuela“ (2019).

Das Leben von Bernd Heitbreder und seinen Freunden vermag es, eindrücklich zu zeigen, was ‚Unsere Solidarität gegen ihre Repression‘ bedeuten kann. Es zeigt, wie kraftvoll gemeinsame politische Arbeit trotz all der Umstände ist.

Wir kannten Bernd nicht persönlich, es ist uns aber ein Anliegen, an ihn in diesem Kontext zu erinnern: als Teil der radikalen Linken und als Teil linker Geschichte und linken Widerstands und als Gegenentwurf zu dem, was so oft als alternativlos suggeriert wird.

Solidarität mit allen linkspolitisch Verfolgten und von Repression betroffenen Menschen, mit der kurdischen Freiheitsbewegung und mit allen antirassistischen Kämpfen auf der Welt.

Feuer und Flamme allen Abschiebegefängnissen!

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1https://www.akweb.de/bewegung/bernd-heidbreder-ist-im-exil-in-venezuela-gestorben/.

2 https://www.nd-aktuell.de/artikel/1152872.bernd-heidbreder-ein-genosse-geht-ins-exil-und-kehrt-nun-nie-mehr-zurueck.html.

Spendenaufruf NoVersG NRW und Rechtshilfe-Tipps

Spendenaufruf:

Der massive Polizeieinsatz bei der landesweiten Demonstration gegen das Versammlungsgesetz NRW hat viele Aktivist*innen getroffen. Über 300 Personen wurden teils über Stunden eingekesselt, geschlagen oder mit Pfefferspray verletzt. Einigen drohen nun Ermittlungsverfahren, andere klagen gegen die Polizeimaßnahmen. Um sich gemeinsam gegen die erlittene Repression und die juristischen Folgen wehren zu können, braucht es neben solidarischer Zusammenarbeit und Unterstützung auch finanzielle Mittel.

So wie wir gemeinsam demonstrieren, sollten wir auch die entstehenden Kosten als Bewegung gemeinsam tragen.

Spendet daher auf das Konto der Roten Hilfe e.V. OG Duisburg:

GLS Bank

IBAN: DE02 4306 0967 4007 2383 98

BIC: GENODEM1GLS

Stichwort: No VersG NRW

An wen wende ich mich im Fall von Repression?
Die Rechtshilfegruppe Düsseldorf (rhg-duesseldorf@riseup.net) und die Rote Hilfe Düsseldorf-Neuss (duesseldorf-neuss@rote-hilfe.de) organisieren Betroffenen-Treffen. Dort wird besprochen, wie gemeinsam gegen die Repression vorgegangen werden kann, außerdem können dort auch erste rechtliche Fragen thematisiert und Anwält*innen vermittelt werden. Natürlich könnt ihr euch auch jederzeit an andere Rote Hilfe Ortsgruppen wenden. Eine Übersicht findet ihr hier: https://rote-hilfe.de/ueber-uns/adressen

Bei Bedarf können wir auch in Bielefeld ein Treffen von Betroffenen organisieren, aber uns sind bisher keine bekannt. Also meldet euch gerne (bielefeld(ätt)rote-hilfe.de) oder beim EA donnerstags im Infoladen.

Rechtshilfetipps:

Informiert euch auch selbst über rechtliche Grundlagen.

Eine Übersicht zu unsere Publikationen findet ihr hier:
https://rote-hilfe.de/downloads1/category/3-was-tun-wenn-s-brennt-und-rechtshilfe-infoflyer-zu-spezifischen-themen

Wichtig:

– Geht nicht zu polizeilichen Vorladungen! Ihr habt dadurch keinen Nachteil, auch wenn das auf den Briefen steht. Im Gegenteil entgeht ihr einer sehr unangenehmen Situation, von mehreren Cops verhört zu werden, die geschult sind und alles aufschreiben.

– Lädt die Polizei euch im Namen Staatsanwaltschaft vor, kontaktiert umgehend eure Anwält*in, dort müsst ihr erscheinen. Auch dort gilt: Keine Aussagen!

– Strafbefehl: Dem müsst ihr innerhalb von 14 Tagen formlos widersprechen, sonst ist er rechtsgültig (siehe Flyer).

Zu guter Letzt:

Auch wenn euch das Ermittlungsverfahren oder die drohende Geldstrafe etwas Sorgen bereitet, lasst euch nicht stressen. Gemeinsam ist das alles machbar und längst nicht so dramatisch, wie die Behörden es darstellen. Vertraut auf euch, eure Strukturen und die Soli-Organisationen!

Wie immer ist Solidarität unsere stärkste Waffe!

Solidarische Grüße, eure Rote Hilfe e.V.

Mir lebn ejbig

Immer wieder stand Esther Bejarano auch bei uns in der Region und in Bielefeld auf der Bühne, zuletzt am 12. September 2020 auf dem Siegfriedsplatz. Unsere gemeinsamen Kämpfe werden wir weiter führen, ihre Lieder weiter singen. Sie wird uns dabei fehlen.

Im Kampf gegen politische Verfolgung wussten wir sie stets an unserer Seite:

„Was ist besser als eine Welt ohne linken Protest? Eine Welt, die keinen Protest braucht. Aber unsere Welt braucht Veränderung. Deshalb unterstütze ich die Rote Hilfe e.V., denn sie unterstützt linken Protest, wo er verhindert werden soll.

Ich finde es gut, dass linke Politik vielfältig ist: Manche stehen für ihre Rechte auf oder klettern auf Bäume, andere setzen sich hin, damit Neonazis nicht marschieren können; manche wollen die Gesellschaft ein wenig besser machen, andere möchten sie gehörig umkrempeln; manche riskieren in ihrem Engagement viel, andere begnügen sich mit der richtigen Gesinnung im Stillen. Die Rote Hilfe e.V. unterstützt alle Linken, wenn sie wegen ihres politischen Engagements Probleme mit dem Staat bekommen – und sie ermöglicht Linken wie mir, mit anderen Linken solidarisch zu sein: Denn Linke kämpfen nicht für sich allein, sondern zusammen und für alle.

Wenn ich mit anderen Linken solidarisch bin, heißt das nicht, dass ich immer alles gut finde, was sie tun. Aber für ihr Recht darauf stehe ich ein. Die Rote Hilfe e.V. klärt Linke über ihre Rechte auf, damit sie sich selbstbestimmt politisch engagieren können. Falls mal etwas schiefgeht, begleitet sie sie, vermittelt Anwält*innen und hilft z.B., ein Strafverfahren oder gar Haft zu ertragen. Das ist in einem Rechtsstaat das Mindeste – ich lasse niemanden in Not allein!

Mir ist wichtig, dass linker Protest überall dort möglich ist, wo er nötig ist. Mit der Roten Hilfe e.V. gibt es da eine einzigartige Organisation jenseits politischer Meinungsverschiedenheiten. Die ständigen Angriffe auf sie, ob von rechts oder von oben, zeigen umso mehr: Rote Hilfe tut not! Deshalb stelle ich mich an die Seite all jener, die überzeugt sind, dass Solidarität verbindet.“

Esther Bejarano

Rote Hilfe e.V. verurteilt Polizeigewalt auf Großdemonstration in Düsseldorf

Gestern fand an den Düsseldorfer Rheinwiesen eine Bündnis-Demonstration unter dem Motto „Versammlungsgesetz NRW stoppen – Grundrechte erhalten“ statt, an der sich über 8000 Demonstrant*innen aus verschiedenen sozialen Bewegungen, Vereinen, Initiativen und politischen Parteien beteiligten. Ursprünglich war geplant, die Demonstration am frühen Nachmittag vor dem Landtag zu beenden.

Die Demonstration wurde überschattet von zahlreichen Polizeiangriffen, etliche Menschen wurden durch Knüppel und Pfefferspray teils erheblich verletzt, darunter mindestens zwei Journalist*innen. Über Stunden wurden hunderte Demonstrant*innen an mehreren Stellen ohne den Zugang zu Wasser oder Toiletten bei hohen Temperaturen eingekesselt. Die Möglichkeit Abstand zu halten oder von Sanitäter*innen versorgt zu werden, wurde von der Polizei untersagt.

Der offizielle Begründung für diese gezielte Eskalation war zu hoch getragene Tranparente sowie das Tragen von medizinischen Masken.

Hierzu erklärt Anja Sommerfeld, Mitglied im Bundesvorstand der Roten Hilfe e.V.:

„Dass die Einsatzleitung das Tragen von medizinischen Masken während einer Demonstration als Begründung für derart massive Angriffe heran zieht, belegt anschaulich, dass die Eskalation von vornherein gewollt und eingeplant war. Es dürfte wohl eher der Fall sein, dass hier versucht wird, die pluralistisch aufgestellte Opposition gegen das geplante Versammlungsgesetz NRW einzuschüchtern. Die Gewaltorgie der Polizeikräfte dürfte ein Vorgeschmack auf die Zustände sein, die uns erwarten, wenn dieses restriktive und mit absoluter Wahrscheinlichkeit verfassungswidrige Gesetz verabschiedet werden sollte. Die gestrigen Maßnahmen waren nichts anderes als eine Machtdemonstration der Landesregierung, bei der Schwerverletzte in Kauf genommen wurden.

Unsere Solidarität gilt allen Aktivist*innen, die verletzt und inhaftiert wurden. Die Rote Hilfe e.V. wird alle von Ermittlungsverfahren Betroffenen nach Kräften unterstützen.

Die gestrigen Ereignisse zeigen, dass die Anstrengungen, dieses Gesetz zu kippen, weiter intensiviert werden müssen.“

Polizeigewalt auf Großdemonstration in Düsseldorf

Hunderte Menschen werden stundenlang grundlos in Innenstadt gekesselt +++ Polizei demonstriert Machtmissbrauch bereits vor Erhalt des Machtzuwachses

26.06.2021 – Unsere ruhige, bunte Demonstration in Düsseldorf mit 8.000 Teilnehmer:innen wurde gewaltsam auseinander getrieben und mit übermäßigen Repressionen den ganzen Tag begleitet. Die Polizei in Düsseldorf hält seit Stunden Menschen im Kessel in der Düsseldorfer Innenstadt fest, lange Zeit ohne Wasser bei bis zu 30 Grad und ohne Zugang zu einer Toilette. Grund der Maßnahme sei die Vermummung einzelner Demonstrationsblöcke durch das Tragen von medizinischen Masken und das zu hohe Tragen von Transparenten. Auf Basis dieser Vorwürfe werden Grundrechte massiv eingeschränkt und der Rechtsstaat ausgehöhlt. Und die Polizei geht noch weiter: im gesamten Stadtgebiet finden unverhältnismäßig gewaltvolle Festnahmen statt, wobei den Betroffenen der Zugang zu Anwält:innen und Sanitäter:innen verweigert wurde trotz massiven Verletzungen. Rund 100 Teilnehmer:innen wurden durch die massiven Maßnahmen der Polizei verletzt. Zudem wird bereits seit Beginn der Demonstration überall gefilmt, auch ein polizeilicher Hubschrauber war im Einsatz.

„Heute hat die Polizei bereits deutlich ihre Macht demonstriert. Wir müssen Sorge vor dem zukünftigen Missbrauch dieser Macht haben, wenn das Versammlungsgesetz der Landesregierung in NRW beschlossen wird. Damit entsteht ein Machtzuwachs, dessen Ausmaß wir uns nicht ausmalen wollen.“, so Lola Münch, Sprecherin des Bündnisses „Versammlungsgesetz NRW stoppen! Grundrechte erhalten!“

Bündnis „Versammlungsgesetz NRW stoppen – Grundrechte erhalten“

Solidarität ist unsere Waffe!