Archiv der Kategorie: regional

Polizeigewalt – Veranstaltung zur Studie der Ruhr-Uni Bochum

Donnerstag, 26.09.2019, 19:00 Uhr
Kulturhaus Bielefeld, Werner-Bock-Str. 34c

Gewaltvolle Auseinandersetzungen zwischen Bürger*innen und Polizeibeamt*innen sind komplexe Situationen. Während „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ im Anschluss häufig angezeigt wird, kann davon ausgegangen werden, dass ein Großteil der Fälle rechtswidriger polizeilicher Gewaltanwendung im Dunkelfeld verbleibt.

In unserem Vortrag wollen wir uns diesem Umstand aus zwei Perspektiven nähern: Zunächst soll es um den „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ gehen, der in §§ 113ff StGB (Strafgesetzbuch) geregelt ist. Dabei betrachten wir Hintergrund und Entstehungsgeschichte der Normen sowie die jüngste Reform, bei der das Strafmaß angehoben und der „tätliche Angriff auf Vollstreckungsbeamte“ gesondert unter Strafe gestellt wurde.

Ergänzend dazu werden aus empirischer Perspektive erste Ergebnisse aus dem derzeit an der Ruhr-Universität Bochum durchgeführte Forschungsprojekt zu Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamt*innen vorgestellt. Im Anschluss soll Raum für Fragen und Diskussion sein. Juristische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Die Referent*innenJohannes Busch und Hannah Espin Grau sind wissenschaftliche Mitarbeiter*innen am Lehrstuhl für Kriminologie der Ruhr-Universität Bochum.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Kampagne „Repression durchbrechen“ repressiondurchbrechen.noblogs.org
Veranstaltet von akzent_in und dem Ermittlungsausschuss Bielefeld mit Unterstützung vom FemRef Uni Bielefeld akzentin.blogsport.de

Prozesstermin am 23.09.19, 8:00 Uhr wegen des Halim-Dener-Graffitis am AJZ Bielefeld

Kommt zur Kundgebung am 23.09.19 um 7:30 Uhr vor dem Landgericht Bielefeld (Eingang Niederwall) gegen die Kriminalisierung des Graffitis am AJZ!

Das zentrale Gremium der Selbstverwaltung des autonomen Zentrums hat sich entschieden gegen die von Polizei und Staatsanwaltschaft geforderte Entfernung des Wandbildes ausgesprochen und die von der Polizei hierfür gesetzte Frist verstreichen lassen. Dafür erhielt der Vorstand des Vereins des AJZ Bielefeld im Februar 2019 einen Strafbefehl über 3.000,- EUR.

Nachdem dagegen Einspruch eingelegt wurde, findet nun am Montag, 23.09.2019, um 8:00 Uhr die Verhandlung vor dem Amtsgericht Bielefeld statt.

Hierzu erklärt die Hausversammlung des AJZ Bielefeld:

„Wir fordern weiterhin die Einstellung der Kriminalisierung des Wandbildes. Die Erinnerung an den durch einen Polizisten getöteten Halim Dener darf nicht verboten oder durch die Leugnung seines politischen Hintergrundes entstellt werden. Halim Dener wurde am 30.06.1994 beim Anbringen von Plakaten mit dem Symbol der ERNK von einem Polizisten durch einen Schuss in den Rücken ermordet.

Diese Tat resultiert unter anderem aus der Kriminalisierung des kurdischen Befreiungskampfes gerade seit dem Verbot der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im November 1993. Dieses Vorgehen der Behörden wurde im Laufe der Jahre auf immer mehr kurdische Organisationen und Institutionen ausgeweitet.
Durch die öffentliche Hetze gegen Kurd*innen wurde ein Klima von Hass und Angst geschaffen, das von einer simplen Gleichung bestimmt war: Kurd*innen = PKK = Terrorist*innen. Dies drückt sich nun auch in dem Versuch aus, das Wandbild am AJZ zu kriminalisieren, das seit nunmehr 25 Jahren an den Tod Halim Deners und seine Hintergründe erinnert. An Halim Dener erinnert haben in diesem Jahr auch ca. 1.000 Menschen in Hannover, die anlässlich des 25. Todestages für ein würdevolles Gedenken an dem Ort der Tat demonstrierten und sich mit der kurdischen Bewegung solidarisierten.“

Vor dem Prozess findet ab 7:30 Uhr eine Solidaritätskundgebung vor dem Landgericht (Eingang Niederwall) statt.

Die Hausversammlung des AJZ Bielefeld im September 2019



Erklärung des AJZ vom Februar 2018:

„Am 30.06.1994 wurde Halim Dener in Hannover beim Plakatieren von der Polizei erschossen. Der tödliche Schuss traf den 16-jährigen Kurden in den Rücken während er Plakate mit dem Symbol der ERNK (Nationale Befreiungsfront Kurdistans) aufhängte.

Schockiert und wütend über diesen Mord, malte ein junger Sprayer ein Gedenk-Graffiti auf den Rollladen vom Infoladen Anschlag an der Heeperstr. 132 im Gebäude des AJZ (Arbeiter*innenjugend-zentrum) Bielefeld. Auf dem Bild zu sehen: „Ermordet von Bullen“ „Dieses Jahr in Hannover“, „Ich hoffe das ich nie von Bullen beim Sprühen erschossen werde“ und ein Portrait von Halim Dener.

Dieses Bild, das wir jedes Mal sehen, wenn wir ins AJZ gehen, ist für uns wichtig. Es erinnert an den Mord. Es lässt uns nicht vergessen, wie es in diesem Staat zugeht. Es ist nicht irgendein Graffiti, sondern eines, das seit 23 Jahren nicht übermalt, sondern erhalten wurde. Das Bild ist auch ein Gruß an unsere kurdischen Freund*innen, die von der Repression des deutschen Staates häufig heftiger getroffen werden als wir.

Nun fordert uns die Polizei Bielefeld nach mehr als zwei Jahrzehnten auf, das Bild zu entfernen, da es für sie eine Straftat darstellt. In einem Schreiben wurde mitgeteilt, dass von einer Strafverfolgung abgesehen werde, wenn das Graffiti bis zum 23.02.2018 entfernt werden wird.

Laut Anschreiben der Polizei ist auf dem Bild ein verbotenes Symbol der kurdischen Organisation CDK (Demokratische Gemeinschaft Kurdistans) zu sehen. Die CDK, die es seit dem Jahr 2004 gibt, soll die Nachfolgeorganisation der ERNK (Nationale Befreiungsfront Kurdistans) sein, deren Symbol der grüne Kreis, mit gelber Fläche und rotem Stern, war. Die ERNK wurde im Zuge des Verbots der PKK (Arbeiterpartei Kurdistans) im November 1993 ebenfalls verboten.

Angesichts der Entwicklungen in der Türkei, die immer mehr in eine faschistische Diktatur umgestaltet wird, der Angriffe auf die Presse- und Meinungsfreiheit sowie der aktuellen Angriffe der Türkei im Norden Syriens, bei denen hauptsächlich kurdische Menschen und Strukturen getroffen werden sollen, empfinden wir das Vorgehen der Bielefelder Polizei und Staatsanwaltschaft als zynisch.

Diese Vorgehensweise entspricht der langjährigen politischen Praxis der deutschen Bundesregierung, die nur zaghaft Kritik am Vorgehen des türkischen Staates und seinen Menschenrechts-verletzungen äußert und den Bruch mit dem türkischen Regime tunlichst vermeidet. Gilt es doch die „guten“ Beziehungen zu der Türkei zu wahren. Gemeint sind damit hauptsächlich Geschäftsbeziehungen und das Aufrechterhalten des so genannten Flüchtlingsdeals mit der Türkei.

Die Bundesregierung stimmt Waffendeals mit dem türkischen Staat zu und verhandelt über den Bau von deutschen Waffenfabriken in der Türkei. Darüber kann auch nicht hinwegtäuschen, dass die Aufrüstung deutscher Panzer in der Türkei vorübergehend ausgesetzt wird, weil genau mit diesen Waffen der Angriffskrieg gegen den selbstverwalteten Kanton Afrin geführt wird. Ein solcher vorübergehender Stopp der Aufrüstung ist Augenwischerei, denn aufgrund der militärischen Angriffe, die seit Jahren gegen die Bevölkerung in den kurdischen Gebieten im Osten der Türkei geführt werden, war von vornherein klar, dass auch diese Waffen gegen die kurdische Zivilbevölkerung in oder außerhalb der Türkei eingesetzt werden würden.

Der deutsche Staat biedert sich seinem türkischen Nato-Verbündeten an, in dem er unter anderem dafür sorgt, dass die Kritik an der Türkei in Deutschland nicht zu laut wird. So wurden am 02.03.2017 die Verbote vom November 1993 ausgeweitet. Betroffen davon sind unter anderem ebenso Symbole der kurdischen Hochschulgruppen YXK (Verband der Studierenden aus Kurdistan) und JXK (Studierende Frauen aus Kurdistan), wie diverse andere kurdische Vereine und Organisationen, die nicht verboten sind. Des Weiteren fallen unter das Verbot die Symbole der zuvor im Kampf gegen den Islamischen Staat als Held*innen gefeierten YPG (Volksverteidigungseinheiten) und YPJ (Frauenverteidigungseinheiten) sowie das Konterfei von Abdullah Öcalan. Außerdem gibt es zahlreiche Strafverfahren gegen kurdische und türkische Aktivist*innen in Deutschland.

Die deutsche Polizei macht sich zum Handlanger türkischer Interessen, wenn Personen, die auf der Liste der Türkei stehen, in Deutschland festgesetzt und verhört werden. Wenn Personen, die aus der Türkei fliehen, fürchten müssen, von Deutschland wieder in die Türkei abgeschoben zu werden. Und so führt die Polizei auch den Krieg der Türkei mit den Mitteln der Repression in Deutschland fort.

Unsere Solidarität gilt den Menschen in Syrien, Kurdistan und der Türkei, die sich autoritären Regimen entgegenstellen und für eine gerechte Gesellschaft kämpfen.

Solidarität mit der YPG und YPJ!

Keine Kriminalisierung des kurdischen Widerstandes!

Weg mit dem Verbot der PKK!

Hände weg von unserem Graffiti!

In Gedenken an Halim Dener – ermordet von Bullen!

42. Sommerfest der Roten Hilfe Bielefeld

Liebe Freundinnen und Freunde!

Die Rote Hilfe lädt ein zum diesjährigen Sommerfest

Sonntag, 8. Sept. 2019 ab 15.30 Uhr

In der Bürgerwache am Siegfriedplatz, Rolandstr. 16 in Bielefeld.
Es liegt nicht am Wetter ! Nach 41 Jahren im Queller „Kotten“ schlagen wir Bielefelder Aktiven einen neuen Ort für unser jährliches Fest vor. Kein Lagerfeuer, keine Bratwurst – die Beteiligung daran nahm ab. Aber weiterhin: Strahlender Sonnenschein, Kaffee und Kuchen, gute Gespräche, die bekannte schöne Atmosphäre. Bei guten Wetterbedingungen nutzen wir (ausnahmsweise) den Garten der Bürgerwache.

Ein musikalischer Beitrag ist ebenfalls vorgesehen, ebenso wie ein
Informationsteil über einen aktuellen Fall der politischen Strafverfolgung.

Wir hoffen, dass auch zu diesem Fest viele kommen werden !

Kuchenspenden sind gerne gesehen!

Veranstaltungsreihe: Polizei & Repression


Im Rahmen der Kampagne Repression durchbrechen wird es eine Veranstaltungsreihe geben zu der wir euch herzlich einladen:

Fr. 6. September 2019, 19 Uhr, Film: Hamburger Gitter, AJZ Kino, Heeperstr. 132, 33607, Bielefeld. Mit Unterstützung vom FemRef der Uni Bielefeld. Weiter Infos: https://repressiondurchbrechen.noblogs.org/post/2019/08/21/film-hamburger-gitter

Do. 26. September 2019, 19 Uhr, Vortrag: Polizeigewalt, Kulturhaus, Werner-Bock-Str. 34c, 33602, Bi.
Veranstaltet von akzent_in & dem EA Bielefeld.
Unterstützt vom FemRef der Uni Bielefeld.
Für weitere Infos haltet euch bei Lilabi auf dem Laufenden.

Mo. 21. Oktober 2019, 18 Uhr, Vortrag: There is no justice, there is just us: Kritik der Polizei, Kulturhaus, Werner-Bock-Str. 34c, 33602, Bi.
Veranstaltet von der ag freie bildung Uni Bielefeld.
Für weitere Infos haltet euch bei Lilabi auf dem Laufenden.

Infos zur Kampagne, den Inhalten der Veranstaltungen und zu weiteren Terminen findet ihr unter: repressiondurchbrechen.noblogs.org oder zeitnah auf https://www.lilabi.net/veranstaltungen.

Rote Hilfe wehrt sich gegen Verbotsforderung

Eine Informationsveranstaltung des Asta der Uni Bielefeld und der Ortsgruppe Bielefeld der Roten Hilfe e.V.:

am Mittwoch, 24. April 2019 um 19 Uhr
in der Bürgerwache (Siegfriedplatz, Rolandstr. 16, Bielefeld)

Pressemeldungen zufolge plant das Bundesinnenministerium ein Verbot des strömungsübergreifenden linken Solidaritätsvereins Rote Hilfe e.V.. Die Rechtshilfeorganisation leistet juristische und finanzielle Unterstützung bei Repression und Strafverfahren. Die Rote Hilfe ist daher für viele linke Aktivistinnen der Feuerlöscher, wenn es brennt. Egal ob es sich um Repression im Hambacher Forst, die Unterstützung von Demonstrantinnen gegen AfD Parteitage oder die Forderung nach Freilassung von in Deutschland vor Gericht stehenden türkisch-kurdischen Oppositionellen handelt: Die Rote Hilfe e.V. steht an der Seite der Betroffenen und bündelt die Solidaritätsarbeit.

Mit dieser Arbeit ist sie seit Jahrzehnten Teil der politischen Landschaft in der BRD. Sie thematisiert öffentlich politische Repression und ergreift Partei für die Betroffenen. Sie unterstützt linke Aktivistinnen, die bei politisch motivierten Aktionen festgenommen wurden und von Strafermittlungen und Strafverfahren betroffen sind. Der bundesweit tätige Verein mit Sitz im niedersächsischen Göttingen leistet mit seinen zahlreichen Ortsgruppe Hilfe durch Öffentlichkeitsarbeit, Beratung, Vermittlung von Anwältinnen und bezuschusst Rechtsanwalts- sowie Verfahrenskosten. Daneben beteiligt sich die Organisation an Kampagnen gegen Polizeigewalt, Überwachung, Polizeigesetz- und Asylrechtsverschärfungen und die „politische Justiz“ gegen Linke.


Vielen konservativen Politiker*innen und Strafbehörden ist die Organisation daher ein Dorn im Auge; es gefällt konservativen und rechten Kreisen nicht. Das rechtfertigt aber keinesfalls ein Verbot. In einer Info-Veranstaltung spricht das Bundesvorstandsmitglied Henning von Stoltzenberg über den derzeitigen Stand der juristischen Verfolgung, die große Solidarität dagegen und über die
Bedeutung von Anti-Repressions- und Solidaritätsarbeit in der heutigen Zeit.

weitere Info: www.rote-hilfe.de

Ausnahmezustand: Eskalation mit Ansage.

Die Polizei als politischer Akteur im Versammlungsgeschehen beim G20-Gipfel und anderswo

Eine Veranstaltung der Gruppe Antinationale Linke Bielefeld -ALiBi
Vortrag von Peter Ullrich
Mittwoch, den 13. März 2019 um 19:00 Uhr
Ravensberger Spinnerei, VHS Bielefeld, Murnausaal

Die Ereignisse um den G20-Gipfel in Hamburg haben grundsätzliche Fragen nach dem sicherheitsbehördlichen Umgang mit Protesten aufgeworfen. Es wurde sehr deutlich, dass die Polizei als mehr oder weniger eigenständige (politische) Akteurin Einfluss auf Demonstrationsereignisse nimmt, indem sie ihr Handeln auf Bedrohungsszenarien und Deutungen zu den erwarteten Teilnehmer*innengruppen aufbaut. Dementsprechend kann der polizeiliche Umgang mit Protest niemals neutral sein und zeichnet sich durch selektive Vorgehensweisen aus.

Peter Ullrich wird in seinem Vortrag die Eskalation in Hamburg analysieren und davon ausgehend besonders die Rolle der Polizei im Protest und als politische Akteurin untersuchen sowie der Frage nachgehen, was an den Ereignissen spezifisch für den Hamburger Kontext war und was allgemeine Entwicklungen sind.

Peter Ullrich, Dr. phil. Dr. rer. med. ist Protest- und Polizeiforscher; er ist Ko-Leiter des Forschungsbereichs „Soziale Bewegungen, Technik, Konflikte“ am Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin und ist Mitglied des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung, in dessen Rahmen er das Forschungsprojekt „Mapping #NoG20“ koordinierte (g20.protestinstitut.eu). http://textrecycling.wordpress.com

Hamburger Gitter

Filmvorführung, veranstaltet vom Rosa-Luxemburg-Club Bielefeld

Donnerstag, 07. März 2019, 19:00 Uhr
Lichtwerkkino im Ravensberger Park, Eintritt 8,-€, ermäßigt 6,-€

Der G 20 Gipfel 2017 als „Schaufenster moderner Polizeiarbeit“

31.000 Polizisten, brennende Autos, 20 Regierungen zu Gast – eine Stadt scheint traumatisiert. Auch eineinhalb Jahre nach dem G 20 Gipfel sucht die Polizei noch mit allen Mitteln nach hunderten Verdächtigen, die Politik fordert harte Strafen, die Gerichte leisten Folge und die wenigen kritischen Stimmen verblassen im allgemeinen Ruf nach „Law and Order“.

Im darauf folgenden Jahr wurde in NRW das neue Polizeigesetz vorgelegt und im Dezember 2018 verabschiedet – trotz intensiver Kritik und öffentlicher Proteste. Dieser Protest richtete sich gegen eine bis dahin nicht gekannte juristische Verschärfung und ganz neue Form von polizeilicher Repression und Überwachung.

Im polizeilichen Umgang mit den G 20 Protesten anlässlich des gleichnamigen Gipfeltreffens in Hamburg im Sommer 2017 wird vielfach ein Probelauf für diese neue Vorgehensweise der Polizei gesehen. In der beeindruckenden Dokumentation der Hamburger Ereignisse wird eben dieser Zusammenhang beleuchtet. Versammlungsfreiheit, Bewegungsfreiheit und Pressefreiheit – allesamt Grundrechte – wurden außer Kraft gesetzt und die Lüge des damaligen regierenden Hamburger Bürgermeisters Olaf Scholz zerfällt: Polizeigewalt und Polizeiübergriffe hat es tatsächlich gegeben!

Dem sind eine Gruppe freier Journalist*innen und Filmemacher*innen nachgegangen, indem sie die Geschehnisse nachzeichneten mit Betroffenen auf beiden Seiten sprachen und Expert*innen zu Protestgeschichte, Grundrechten, Sicherheitspolitik und der politischen Gesamtsituation befragten. Der Film stellt das Vorgehen von Polizei und Justiz in den Mittelpunkt, 12 Expert*innen und 5 Betroffene ziehen darin Bilanz. Er legt dabei weniger einen Fokus auf die Proteste selbst sondern geht auf die „moderne Polizeiarbeit“, auf die aktuellen Debatten über Sicherheit, polizeiliche Aufrüstung und Kriminalisierung von linkem Aktivismus ein.

Im Anschluss freuen wir uns auf eine rege Diskussion.

Herzlichen Glückwunsch: 20 Jahre Ermittlungsausschuss Bielefeld


Geburtstags Kaffeekränzchen
Sonntag, 09.12.2018 um 15:00 Uhr im AJZ

„Seit 1998 gehört der Ermittlungsausschuss (EA) Bielefeld zur regionalen Rechtshilfe- und Solidaritätsstruktur. Ziel und Aufgabe des EA ist insbesondere die Unterstützung von Menschen aus emanzipatorischen politischen Zusammenhängen, die von Repression betroffen sind.
Der EA ist u.a. ansprechbar bei aller Art von Stress mit den Ermittlungsbehörden und bietet Telefon-Suport bei Demonstrationen und anderen politischen Aktionen in der Region an. Außerdem können wir bei Bedarf solidarische Rechtsanwält*innen vermitteln.

20 Jahre EA-Bielefeld sind ein Grund zum Feiern. Wir laden ein zu Kaffee und Kuchen beim Geburtstags-PuKaKrä.“

Die Ortsgruppe Bielefeld der Roten Hilfe gratuliert dem EA zum Geburtstag und bedankt sich für die allseits gute Zusammenarbeit! Wer aus aktuellem Anlass – den Verbotsdrohungen aus dem Hause Seehofer –  in die Rote Hilfe  eintreten möchte, beim Geburtstags-Kaffeetrinken gibt es die Gelegenheit dazu.


Gedenken heißt Kämpfen! 10. November 2018 – Naziaufmarsch in Bielefeld verhindern!

Ermittlungsausschuss (EA): 0521/ 56 00 690

Der EA ist kein Infotelefon für Aktionen! Ruft den EA an, wenn ihr festgenommen werdet oder Festnahmen beobachtet. Und meldet euch dort wieder ab, wenn Ihr wieder draußen seid!

Für den 10.11. mobilisieren Neonazis bundesweit zu einem sogenannten Solidaritätsaufmarsch mit der Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck nach Bielefeld. Die 89 Jährige ist seit Mai in der JVA Bielefeld-Brackwede inhaftiert und sitzt eine 2jährige Haftstrafe wegen 8facher Volksverhetzung ab.

Durch ihre jahrzehntelangen Umtriebe in verschiedenen geschichtsrevisionistischen Organisationen hat sie nicht nur bei rechten Esoteriker*innen und Verschwörungstheoretiker*innen zweifelhaften Kultstatus. Indem sie immer wieder öffentlichkeitswirksam den Holocaust leugnet, vereint sie verschiedene Spektren der extremen Rechten. Die Nazis stilisieren sie bereits jetzt als Opfer einer von ihnen erdachten “Gesinnungsjustiz” und versuchen so sie zur Märtyrerin zu machen.
Bereits am Tag ihrer Inhaftierung im Mai riefen Neonazis zu einer ersten Solidaritätsdemo auf: Etwa 450 Anhänger*innen der extremen Rechten beteiligten sich nach 3 Tagen öffentlicher Mobilisierung an dem Aufmarsch im Bielefelder Stadtteil Quelle, während die Polizei einen großen Teil des Gegenprotests mehrere Kilometer vom Aufmarschort entfernt gewaltsam einkesselte.
Für die geplante Demonstration im November rechnen wir, angesichts der langen Vorlaufzeit, mit einer noch größeren Beteiligung von Holocaustleugner*innen aus dem gesamten Bundesgebiet.

Egal wie viele Nazis kommen werden, wir werden uns ihnen entschlossen entgegen stellen! Insbesondere einen Tag nach dem 09. November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, werden wir es nicht hinnehmen, dass hunderte Nazis durch die Straßen Bielefelds laufen!

Gerade an diesem historischen Datum, wollen wir uns nicht nur gegen die Nazis wenden, sondern auch ihrer Opfer gedenken. Ob es die Millionen Ermordeten des Holocaust sind oder die Opfer des NSU. Sie mussten sterben, weil sie nicht in eine menschenverachtende Ideologie passten, eine Ideologie die Menschen in “lebenswert” und “lebensunwert” einteilt.
Wir leben in einer Zeit des gesellschaftlichen Rechtsrucks, einer Zeit in der die Anhänger*innen dieser Ideologie neuen Aufwind spüren und selbstbewusst auf die Straßen drängen. Wir können diese Entwicklung überall beobachten: Von Chemnitz bis Dortmund, von den USA bis nach Italien.
Doch überall wo sich diese Ideologie zeigt, gibt es auch Widerstand. Mutige Antifaschist*innen wie Georg Elser oder Heather Heyer stellten sich ihnen in den Weg und mussten dafür zum Teil mit dem Leben bezahlen. Wir wollen auch diesen Menschen gedenken und uns an ihre Kämpfe erinnern!

Die Schlussfolgerung daraus kann nur heißen: Nie wieder! Gedenken heißt kämpfen!

Beteiligt euch am 9.11. an der Vorabend- und Gedenkdemo!

Kommt am 10.11. nach Bielefeld und verhindert mit uns gemeinsam den Naziaufmarsch!

 

Antifaschistisches Bündnis Bielefeld

Mehr Infos:
antifabuendnisbielefeld.noblogs.org
#bi1011

41. Kottentreffen

Liebe Freundinnen und Freunde!

Die Rote Hilfe lädt ein zum diesjährigen Kottentreffen am
Sonntag, 30. Sept. 2018 ab 15.30 Uhr.

Bei strahlendem Sonnenschein findet das diesjährige Sommerfest (na, fast ein Herbstfest) der ROTEN HILFE wieder am gewohnten Ort statt !

Wir treffen uns bei Kaffee, Kuchen und abschließendem Lagerfeuer mit Gitarrenmusik, Bratwurst und Salat im alten Bauernhaus in Quelle. Ein musikalischer Beitrag ist ebenfalls vorgesehen, ebenso wie ein Informationsteil über einen aktuellen Fall der politischen Strafverfolgung.

Solidarität ist unsere Waffe!